Jackson Merrill lieferte am Mittwochabend eine Vorstellung, die man so schnell nicht vergisst. Erst beraubte er Julio Rodriguez mit einem spektakulären Fang über den Centerfield-Zaun eines Homeruns, dann schlug er im neunten Inning ein Walk-off-Double mit zwei RBI und besiegelte den 7:6-Sieg der San Diego Padres über die Seattle Mariners.
Es war der siebte Erfolg in Serie für die Padres, die zehn ihrer letzten elf Spiele gewonnen haben. Drei Siege kamen als Walk-off zustande. Manager Craig Stammen: „Wir sagen den Jungs jeden Tag: Es geht nicht darum, ob wir gewinnen, sondern wer der Held sein wird. Heute Abend war es Jackson.“
Dabei sah es lange düster aus. Beim Eintritt ins neunte Inning lagen die Padres mit vier Runs zurück – zum ersten Mal seit dem 14. Juni 2019 drehten sie ein solches Defizit noch in einen Sieg. Seattles Reliever Andrés Muñoz (2-2) lud die Bases voll. Fernando Tatis Jr. brachte als Pinch-Hitter mit einem Sacrifice Fly den ersten Run. Luis Campusano und Ramón Laureano schlugen jeweils RBI-Singles mit zwei Outs – 6:5. Seattle wechselte zu José A. Ferrer, doch fünf Pitches später jagte Merrill einen Line Drive ins linke Feld. Spiel vorbei.
„Ich habe einfach den Schläger draufgehalten und gebetet,“ sagte Merrill.
Sein defensives Glanzstück hatte er im dritten Inning geliefert. Rodriguez schlug einen tiefen Fly Ball Richtung Center, doch Merrill sprang mit perfektem Timing hoch und fischte den Ball über dem Zaun weg. Ein Zwei-Run-Homer, der keiner mehr war. „Hundert Prozent – das war der beste Fang, den ich je gemacht habe,“ erklärte Merrill. Stammens Einschätzung: „Die Aktion des Spiels. Das hat uns im Rennen gehalten.“
Auf dem Mound warf Alek Jacob (1-0) ab dem achten Inning zwei scoreless Innings. Starter Randy Vásquez hatte vier Runs bei fünf Hits in vier Innings zugelassen, dazu vier Walks und sechs Strikeouts. Offensiv steuerte Xander Bogaerts einen Zwei-Run-Homer im sechsten Inning bei – sein 200. Karriere-Homerun. Der 33-jährige Shortstop gehörte neben Laureano, Merrill und Gavin Sheets zu den Spielern mit jeweils zwei Hits.
Bei den Mariners ragte Luke Raley heraus. Sein Zwei-Run-Homer, ein Double und vier Hits bedeuteten einen Karrierebestwert. Starter Emerson Hancock hielt sich über sechs Innings solide mit zwei zugelassenen Runs und sechs Strikeouts. Dominic Canzone und Brendan Donovan trieben jeweils zwei Runs ein. Randy Arozarena singlte, stahl die zweite Base und bereitete Raleys Homer im fünften Inning vor, der Seattle auf 6:0 brachte. Arozarena schlug zudem ein Double und scorte dreimal.
Am Ende reichte das nicht. Die Padres zeigten einmal mehr, warum sie so schwer zu schlagen sind. Oder wie Merrill es formulierte: „Das macht ein gutes Team aus. Sie geben nicht auf bis zum allerletzten Out.“